Sabine im Trailfieber

Wiesenttaltrail am 15.10.17

Gastbeitrag von Helga

Am Sonntagmorgen hieß es früh aufstehen, da mit dem Wiesenttaltrail oder auch Neideck 1000 genannt, ein Halbmarathon mit 1000 Höhenmetern in der schönen fränkischen Schweiz auf mich wartete. Sabine und Tom holten mich ab. Unterwegs nahmen wir noch Sandra mit und los ging`s nach Muggendorf.

Ich freute mich auf diese Veranstaltung, obwohl ich wenig dafür trainiert hatte. Es sollte mein Saisonausklang sein, und den wollte ich stressfrei und ohne Zeitvorgabe einfach nur genießen. Ich war auch kein bisschen aufgeregt, wo ich doch sonst vor Starts ein Nervenbündel bin. Außerdem hatte ich einige schöne und lustige Anekdoten vom letztjährigen Lauf gehört. Daher war es für Sabine und mich ein wiederkehrendes Gesprächsthema, ob wir wohl ins Ziel finden würden.

Die Stimmung war gut und das Wetter perfekt. Kurz vor Start stand ich mit weiteren 7 Läufern aus dem Verein an der Startlinie. Das heißt, eher hinten, denn Sabine und ich hatten uns vorgenommen, die ganze Sache entspannt anzugehen und zusammenzubleiben. Also gesellten wir uns zu ein paar netten Mädels am Ende des Läuferfeldes. Um 10.00 Uhr fiel der Startschuss für einen Lauf in den goldenen Oktober.

Schon kurz nach dem Start erwartete uns ein langer, steiler Anstieg, der mich ganz schön aus der Puste brachte, und ein Vorgeschmack dafür war, was uns noch erwartete. Nach diesem ersten langen Anstieg war ich froh, dass ich meinen Laufrucksack dabei hatte. Schnell nahm ich ein Gel und spülte es mit Wasser hinunter. Auf der Strecke hätten mir die 3 Wasserverpflegungsstellen nicht ausgereicht, und so konnte ich, bei Bedarf, immer wieder trinken.

Der Trail verlief auf teils schmalen Pfaden durch die herbstlich gefärbten Wälder. Es wurde nie langweilig, ein ständiges Auf und Ab, auch mit steilen Passagen, wo man nur gehen konnte. Wieder merkte ich, dass ich downhill große Schwächen habe. Obwohl ich vor ein paar Wochen an einem Trailcamp im bayrischen Wald teilgenommen habe, und dort nützliche Tipps für das Bergablaufen erhalten habe und auch üben konnte, fehlte es mir an Mut und Technik, es einfach mal laufen zu lassen. Da sich Sabine bergab noch unsicherer bewegt als ich, haben wir uns abgewechselt. Downhill lief ich voran, und bergauf sie, da Sabine hier die Bessere war.

Auf unserem Trail führte uns der Weg auch durch eine Höhle. Es war so finster, dass ich nicht mehr sah, wo ich hintrat, und ich tastete mich im Dunkeln voran. Doch alle Vorsicht half nicht. Kurz bevor ich wieder Licht sah, knallte mein Kopf gegen einen Felsvorsprung…. Aua!

Trotz wenig Lauftraining war ich überrascht, wie gut es doch voranging. So manche(r) Läufer/in konnte überholt werden. Nachdem wieder ein langer, anstrengender Anstieg bei km15 bewältigt war, war ich echt erleichtert, die meisten Höhenmeter hinter mich gebracht zu haben. Spätestens jetzt war ich erleichtert, wenn es einigermaßen eben dahin ging, denn auf den letzten Kilometern merkte ich bei jeder kleinen Steigung meine brennenden Oberschenkel. Noch 2 km – ein Blick auf die Uhr – die 3 Stunden könnten drin sein! Ich sehe ein kleines Schild: “1km“, gleich ist es geschafft. Der Stadionsprecher ist auch schon zu hören. Ein letzter schmaler Pfad führt uns hinab zur Straße und ins Ziel. 3 Std. 5 min. waren wir gemeinsam unterwegs in wunderschönem, teils anspruchsvollem Gelände. Und das, wovor wir etwas Bammel hatten, ist nicht passiert: Wir haben uns nicht verlaufen. Die Strecke war durchwegs sehr gut ausgeschildert.

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