Sabine im Trailfieber

Triathlon Kallmünz 10. Juni 2017

Endlich war es nun soweit! Mein Jahreshighlight sollte ja der 70.3 in Norwegen (Tonsberg) werden. Seit Dezember habe ich mich auch mehr oder weniger diszipliniert darauf vorbereitet und mich vor allem am Kraulen versucht. Vor 6 Wochen nun kam die Nachricht aus Norwegen, dass der Wettkampf aufgrund zu niedriger Teilnehmerzahlen abgesagt werden muss. Da wir das Ganze auch mit einer Trekkingtour im Hardanger Vidda verbinden wollten, war die Enttäuschung schon einigermaßen groß. Ich darf aber dennoch nicht verschweigen, dass ein ganz klein wenig sich auch Erleichterung breit machte im Hinblick auf meine Schwimmfähigkeiten. Obwohl ich wirklich durchschnittlich zweimal pro Woche ins Hallenbad marschierte, schaffe ich es bis dato nur, eine Bahn durch zu kraulen. So hakte ich erstmal eine Mitteldistanz für heuer ab und freundete mich mit einer Jedermann Distanz an 😉 Als diese Entscheidung feststand, meldete ich mich sogleich in Kallmünz für die Sprintdistanz an. Da brauchte ich dann „nur“ 600 Meter schwimmen, 20 km Rad fahren und 5 km laufen. Am Tag vor dem Wettkampf war ich aufgeregt wie zu Prüfungszeiten in der Schule. All die Aufmunterungen taten mir zwar gut, aber ich wusste um meine Schwimmerei. Wider Erwarten schlief ich in dieser Nacht gut und am späten Samstag Vormittag düsten wir nach Kallmünz. Da ich in der letzten Zeit auch vermehrt als Supporter bei Triathlons unterwegs war, konnte ich mir dieses Mal den Luxus eines „Full Time Supports“ leisten und musste noch nicht einmal mein Radl auf den Radträger heben 😉 Spaß beiseite: Von der gestrigen Aufregung war heute nicht mehr viel spürbar – ich war einfach nur froh, dass es endlich mal losging.

Was mir auch viel mentalen Stress nahm, war die Tatsache, dass ich den Neopren erst gar nicht anzog. Die 600 Meter werde ich auch so hinter mich bringen. Um 14:45 sollte der Startschuss für die Jedermänner fallen und ich stand bereit, um in die Naab zu steigen. Oben auf der Brücke entdeckte ich meine Eltern und Sohn Julian, die extra als Unterstützung gekommen waren. Auch Bianca und Tina waren da und hatten eigens für mich ein Transparent gemalt und mit Tino und Dagmar waren sogar eigene Fotografen vor Ort. Ich war überwältigt. Voller Adrenalin stieg ich ins Wasser und schwamm ans andere Ufer, weil man da noch einmal stehen konnte, bevor der Startschuss fiel. Der Schuss kam und ich schwamm los. Natürlich von Anfang an hinten, weil ich ja keine Schläge abbekommen wollte. Komischerweise machte mir das auch ziemlich Spaß hier entlang zu schwimmen, ich wusste ja, dass ich da nichts zustandebringen würde und hatte somit keinen Stress.

Was mich überraschte war die Tatsache, dass noch ein paar Schwimmer hinter mir waren. Das blieb auch so bis zum Ende, ich kam nicht als Letzte aus dem Wasser und nach guten 20 Minuten hatte ich die Schwimmerei hinter mir. Auf dem nun folgenden ziemlich weiten Weg in die Wechselzone hatte ich auch ziemlich entspannt, da ich nichts auszuziehen hatte. Lediglich der Badekappe und der Brille mustte ich mich entledigen.

An der Wechselzone angekommen schlüpfte ich schnell in die Socken, Schuhe dran, Helm drauf, Brille nicht vergessen und los gings. Das Rad musste erst ein Stück geschoben werden bis man aufsteigen durfte. Und jetzt war klar, dass das Rennen für mich beginnen musste. Ich wollte nun doch einige Plätze gut machen.

Sobald ich aus Kallmünz raus war, gab ich auch mächtig Druck auf die Pedale und orientierte mich nur an den blauen Startnummern, denn das waren die Jedermann Teilnehmer. Und tatsächlich konnte ich schon einige davon überholen, vor allem am Berg konnte ich so manchen „Jedermann“ hinter mir lassen. Leider holten einige davon mich aber beim Runterfahren wieder ein 😉

Nach guten 40 Minuten und einem knappen 30er Schnitt kam ich in die zweite Wechselzone und meine Lieblingsdisziplin sollte folgen. Jetzt zeigte es sich auch, zu was die Beine noch imstande sind, wenn man schon 40 Minuten lang alles gegeben hat. Doch das Koppeltraining machte sich bezahlt. Ich konnte die 5 Kilometer noch mit einer 4:54 er Zeit durchlaufen, was für mich schon sehr gut ist.

Am Ende kam ich mit einer Zeit von 1:29:30 ins Ziel und war überwältigt. Wenig stellte ich dann auch noch fest, dass die Zeit ausreichte um Platz 3 in der AK zu ergattern. Was für ein Einstieg in das Triathlon Geschäft 😉

Danke an alle, die mich bei meinem Triathlon Debüt so überragend unterstützt haben.

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