Sabine im Trailfieber

Challenge Roth – Mit Wumms auf den Solarer Berg

Am 9. Juli fand der diesjährige Challenge Roth Triathlon statt. Wie schon im letzten Jahr hatten wir innerhalb des Vereins TSV Detag Wernberg eine Staffel bilden können. Die Besetzung blieb unverändert. Matthias Hammer übernahm das Schwimmen, ich das Radeln und Helga Markl konnte heuer eigens das Laufen übernehmen (letztes Jahr musste hier verletzungsbedingt Christian Liebl einspringen). Wenn ich daran denke, wie aufgeregt ich letztes Jahr war, dann war dieses Mal wenig davon zu spüren. Da Tom Einzelstarter war, reisten wir bereits am Freitag an und quartierten uns in der Wohnung eines Verwandten in Asbach ein. Nach dem Abholen der Startunterlagen trafen wir uns mit den Hardtseemafiosi zu einem Gruppenfoto und gleich darauf füllten wir unsere Kohlenhydratspeicher mit leckeren Bernbachernudeln. Abends gab es noch einen kurzen Abstecher auf die Party am Marktplatz mit der BR3 Band. Tags darauf ging es zum Einchecker der Fahrräder. Hier sorgte die Tatsache, dass die Kampfrichter bei Toms Helm einen Bruch entdeckten noch kurz für Adrenalinstöße. Auf 15 Minuten musste ein neuer Helm besorgt werden. Es sollte aber kein großes Problem werden, bei Buchstaller wurden wir fündig. Nun ging es noch einmal nach Roth auf die Messe und ich nutzte die Zeit, um meine Lieblingsklamottenstände zu besuchen. Wer als Erster kommentiert, wo ich hier wohl war, bekommt eine Pizza 😉

Am nächsten Tag klingelte der Wecker um 4 Uhr, schlaftrunken sammelten wir unsere tags zuvor akribisch hingelegten Utensilien ein und fuhren zum Schwimmstart. Während dann bei Tom der Start um 7:15 Uhr war, musste unser Schwimmer Matthias erst um 8:55 Uhr in den Main Donau Kanal hüpfen. Wir konnten die Zeit aber nutzen, um die Startunterlagen auszutauschen und auch Toms Wechsel aufs Rad konnten wir noch ansehen. Matthias startete pünktlich und ich machte mich auf den Weg zu meinem Rad. Dankenswerterweise hatte Jürgen Steiner, wie schon im Vorjahr das Aufpumpen meiner Reifen übernommen. Nach 1 Stunde und 11 Minuten hatte Matthias seinen Part erledigt und ich durfte loslegen.

Von Anfang an versuchte ich alles Gelernte umzusetzen. Aerolenker nutzen, wann immer es geht – Drücken und Ziehen – Fußballen – Knie nicht nach außen drehen – und und und! Und es fühlte sich gut an. Ich hatte das Gefühl, dass ich Druck auf die Pedale geben konnte. Leider hatte ich vergessen, die Datenfelder meiner Uhr richtig einzustellen. So konnte ich nicht ablesen, welche Durchschnittsgeschwindigkeit ich fuhr. Akribisch nahm ich alle 30 Kilometer ein Gel und trank fleißig hinterher. Ständig wartete ich darauf, dass mir die Hitze zu schaffen machen würde. Doch das blieb aus. Auch der doch ziemlich böige Wind störte nicht. Am meisten spürte ich den Gegenwind am Tempostück zwischen Thalmässing und Greding. Da aber die Strecke bergab lief, machte es mir nicht viel aus. Der sich anschließende Kalvarienberg war dann mein Ding. Ich liebe ja das Bergaufkurbeln und so manchen Mann konnte ich mit einem Lächeln im Gesicht überholen. Die Radstrecke ist ja wahrlich nicht neu für mich, war ich schon letztes Jahr hier und auch einige Testfahrten lagen hinter mir. Und doch konnte ich mich niemals so mit dem Kurs anfreunden wie an diesem Tag. Man wusste genau, wenn man wieder ein markantes Teilstück absolviert hatte, was denn als nächstes käme. Am Schönsten war es natürlich, wenn das nächste Highlight der Solarer Berg war. Beim Einfahren in die „Solarer Schleuse“ hatte ich dermaßen Gänsehaut und wahrscheinlich auch aufgrund der langen konzentrierten Aeroposition wurde mir ein wenig schwummrig vor den Augen. Aber kurzes Ruckeln an der Brille, erneute Konzentration aufs Pedalieren und wie im Rausch wird man den Berg hinaufgetragen. Danach weiß man, Runde 1 ist bald vorbei.

Irgendwann sah ich eine Kirchturmuhr, da war es 13:15 Uhr und ich war bereits auf Runde zwei. Jetzt wusste ich, dass ich nicht schlecht unterwegs war. Den Aerolenker nutzte ich fast ausschließlich, was ich nun aber doch merken sollte. Schmerzen im Nacken machten sich breit und auch im Schulterbereich. So freute ich mich auf Greding, wenn ich endlich auf dem Kalvarienberg den Lenker anders halten konnte. Auch in dieser Runde überholte ich noch manchen Fahrer, aber die Beine waren doch schon etwas schwerer geworden. Die Zeit schritt voran und natürlich merkte ich jetzt, dass der Saft nachließ, aber dennoch ging es mir gut. Am Solarer Berg war ich in der zweiten Runde im letzten Jahr ziemlich allein unterwegs, heuer waren da noch einige Zuschauer. Oben angekommen wusste ich, dass das Ziel in überschaubarer Nähe war. Nur noch einmal rum, dann nach Hilpoltstein und ab nach Roth zum Wechsel. So konnte ich nach 6 Stunden und 18 Minuten an Helga übergeben. Ich war eine knappe halbe Stunde schneller als vor einem Jahr und konnte meinen Schnitt von 26,5 auf 28,3 hochschrauben. Ich freute mich riesig über diesen Fortschritt. Ein Zeitfahrrad rückt immer näher 😉

Bezüglich des Kaufens eines solchen habe ich mir immer vorgenommen, dass ich das so mache, wie zur Jugendzeit beim Skifahren. Mein Papa meinte immer, fahr doch so lange in der Jeans bis du es kannst. Und so werde ich es auch hier machen. Ein bisschen mehr Wumms brauch ich noch, aber dann gibts ein Zeitfahrrad 😉

Helga konnte trotz Knieoperation noch vor einem Jahr ihren Marathon in 4:05 beenden, was ein Riesenerfolg war.

Mein sportliches Ziel für 2017 sollte der 70.3 in Tonsberg werden. Im Klartext hieß das, knappe 2 km schwimmen, 90 km radfahren und 21 km laufen. Radpart und auch das Laufen fürchtete ich nicht, für das Schwimmen musste ich das Kraulen lernen. Es stellte sich heraus, dass das nicht so einfach werden sollte. Im Mai dann die Nachricht, dass der Triathlon in Norwegen aufgrund zu geringer Teilnehmerzahlen abgesagt werden muss. Meine ersten Gedanken waren, dass das gar nicht so schlimm sei, denn Kraulen hatte ich bis dahin nicht wirklich gelernt. So fokussierte ich mich auf die anstehende Sprint- und olympische Distanz, wo ich wusste, dass ich das brustschwimmend hinter mich bringen konnte.

Aber wie es nun so ist: Alles was wir erreicht haben, wird dann doch bald wieder langweilig. Spannend bleibt es, wenn wir versuchen, wieder neue Ziele zu erreichen. Und da ist es auch nicht entscheidend, ob das Vorhaben gelingt oder nicht. Am Anfang ist da ja nur die Idee, aber das persönlich Gewinnbringende passiert beim Tun. Nicht davor und nicht danach. Jetzt muss ich nur noch den Mut haben, die Idee umzusetzen.
In diesem Sinne – mehr verrat ich nicht! Es bleibt spannend 😉

1 Kommentar

  1. Elmar Günther

    Skinfit!

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