Sabine im Trailfieber

Silvretta – Skitourenwochenende Anfang März

Erster Tag (Hüttenzustieg und Tour zum Rauhen Kopf)

Am ersten Tag ging es mit der Vermuntbahn und dem anschließenden Tunnelbus bis zur Bieler Höhe. Die Fahrt durch den Tunnel war für sich alleine gesehen schon ein kleines Abenteuer.

Bei strahlendem Sonnenschein marschierten wir über den Silvrettastausee und ich schleppte Meter für Meter meinen mal wieder viel zu schweren Tourenrucksack Richtung Wiesbadener Hütte. Unterwegs wurde noch ein Geocache gesucht und wie schon vorher mit dem Owner vereinbart, das Logbuch durch ein Neues ersetzt.

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Silvretta

Geocache: Silvretta – Stausee

Kurz vor der Hütte kam dann endlich ein steileres Stück, denn das flache „Dahingehatsche“ 😉 hatte doch tatsächlich dazu beigetragen, dass ich mir meine erste Blase in diesem Winter holen sollte. Ansonsten war auf meine Scarpa Gea die letzten Wochen absoluter Verlass.

Hüttenzustieg

Silvretta

Oben angekommen wurden wir von der „Hüttenwirtin“ Andrea begrüßt und bezogen ratzfatz unser Viererzimmer. Nach einer Stärkung bei Kaffee und Strudel ging es dann auch schon weiter, damit wir am Nachmittag noch einen Gipfel erreichen konnten. Als Ziel hatten wir uns den Rauhen Kopf (3101m) ausgesucht. Gleich hinter der Hütte ging es steil hoch, bis der Weg  dann aber in gemäßigter Steigung über den Rauhhopfgletscher zur Rauhkopfscharte führte. Hier angekommen entledigten wir uns der Skier und schlüpften in die Steigeisen, um den Gipfel zu bezwingen. Bereits nach wenigen Metern wurde uns aber klar, dass die Schneeauflage hier zu wenig Halt bot, um einigermaßen sicher aufzusteigen. So entschieden wir uns für die Umkehr und gaben uns mit dem Erreichen der Scharte zufrieden.

Silvretta

Aufgrund des Pulverschnees konnte ich dann sogar die Abfahrt genießen 😉

Skitour Rauher Kopf

Silvretta

Zweiter Tag (Tour zum Piz Buin)

Für den nächsten Tag hatten wir uns die Tour zum Piz Buin vorgenommen (3312 m). In meinem Führer war diese Tour als relativ schwierig angegeben, da man beim Gipfelaufstieg 2 Kamine überwinden musste mit teilweise 2er und 3er Kletterstellen. Die Beschreibung des Tourenverlaufs erspare ich mir an dieser Stelle und verweise auf den Bericht von Tom.

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Angekommen am Skidepot verstauten wir hier unsere Skier, stiegen in die Steigeisen und bewaffneten uns mit Pickel und Stock.

Silvretta

Mit dem nötigen Respekt (hatte ich mir doch im Vorfeld viele viele Male die Beschreibungen in den verschiedenen Führern durchgelesen) wagte ich mich nun an den mit 300 hm angegebenen Gipfelaufstieg. So pirschte ich mich Meter um Meter näher an den Gipfel und es wurde doch tatsächlich zu keiner Zeit richtig schwierig.

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Selbst die Kletterstellen waren relativ einfach zu meistern und bis ich mich versah, stand ich auch schon am Gipfelkreuz des Piz Buin. Was sicherlich zu diesem entspannten Anstieg dazu beitrug, war die Tatsache, dass ich zu jeder Zeit Tom hinter mir wusste. Beim Abstieg kam es dann schon zu gelegentlichem Stau, da doch gerade dieser Gipfel im Silvretta  von sehr vielen Tourengehern bezwungen werden will. Beim letzten Kamin trafen wir dann auf eine Gruppe, die sich abseilte und da wurde es mir dann doch etwas mulmig. Somit entschieden auch wir uns dafür, dass ich mich mal lieber abseilen lassen sollte. Rückblickend hätte ich wahrscheinlich beim eigenhändigen Abstieg nicht so einen Lärm veranstaltet wie beim Abseilen. Uiuiui – komisch wenn man nicht selber im Griff hat, was mit einem passiert. Trotzdem – danke an Elmar – ich hab´s ja überlebt 😉

Die Abfahrt war wieder super, wenn auch gerade hier ich noch viele viele Abfahrten meistern muss, um irgendwann einmal diese Juchzer machen zu können, die ich immer von den anderen höre. Bei mir klingt das eher noch nach anstrengendem Gestöhne und quälendem Dialog mit meinen Oberschenkeln 😉 Zur Hütte ging es dann noch einmal 150 m aufwärts und so kam ich dann doch noch nassgeschwitzt an der Hütte an, obwohl es oben am Gipfel trotz strahlendem Sonnenschein doch schon ziemlich kalt und windig war.

Silvretta

Skitour Piz Buin

Silvretta

Dritter Tag (Tour zur Dreiländerspitze)

Für Sonntag planten wir die Tour zur Dreiländerspitze (3197 m) . Alle Führer waren sich einig, dass diese Tour weniger schwer sei, als die zum Piz Buin. Nichtsdestotrotz studierte ich am Vorabend noch einmal alle Beschreibungen und mittels meiner Snowkarte suchte ich mir die steilsten Stellen heraus. Dies aus diesem Grund, da ich bisher noch kein Urvertrauen in meine Spitzkehren gewinnen konnte.

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Mit all dem Wissen machte ich mich relativ entspannt an die Arbeit. Gemächlich marschierten wir der Sonne entgegen und ich spürte schon fast so etwas wie „flow“ in mir. Irgendwann war es dann aber vorbei mit dem gemächlichen „Gehatsche“ und die Spitzkehren kamen zum Einsatz.

Puh – der Aufstieg zum Skidepot war nicht wirklich weit, aber er hatte es in sich. Harter und rutschiger Untergrund in steilem Gelände – sozusagen das, was ich am meisten liebe 😉 Schon nach wenigen Metern hatte ich meine Harscheisen ausgeklappt und quälte mich Stück für Stück hoch. Doch nach gefühlten 57 Spitzkehren (es waren wahrscheinlich höchstens acht) stand ich am Skidepot. Dieser Gipfelanstieg sollte heute kürzer sein, dafür aber am Ende ein brisante ausgesetzte Kletterstelle enthalten. Trotz allem flößt mir diese Tatsache zwar Respekt, aber nicht diese Angst, die ich bei Spitzkehren im eisigen Gelände spüre.

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So ging es gut voran (teilweise auch auf allen Vieren) bis ich zu der Schlüsselstelle 10 Meter vor dem Gipfel kam. Hier musste ich dann aber tatsächlich allen Mut und alle Kraft zusammen nehmen, um die restlichen Meter zu erklettern. Für den Abstieg hatte Tom dann für mich eine Variante gefunden, durch die wir die Schlüsselstelle umgehen konnten. Er kletterte vor mir ab und ich konnte somit „Tritte“ und „Griffe“ im Schnee benutzen 😉 Thx!

Panorama_Dreilaenderspitze_1

Panorama_Dreilaenderspitze_2

Panorama_Obere_Ochsenscharte_1

Panorama_Obere_Ochsenscharte_2

Dreiländerspitze

Die Anfahrt gelang gut, nur kurz vor der Hütte hatte ich meinen ersten Schneekontakt, weil plötzlich ein Felsen aus dem Boden ragte. Mist – das hat dem Belag so zugesetzt, dass wieder einmal der Skidoc besucht werden muss.

Skitour Dreiländerspitze

Letzter Tag (Tour zum Ochsenkopf)

Am letzten Tag dieses Wochenendes wollten wir zum Ochsenkopf (3057 m). Gleich zu Beginn – hinter der Hütte – hatten wir den richtigen Weg verpasst und quälten uns somit in super steilem und hartem Gelände den Berg hinauf. Soviele Spitzkehren hatte ich den ganzen Winter nicht gemacht, wie bei dieser einen Tour. Doch irgendwann (nach 57 min) kamen wir in flaches Gelände und konnten gemütlich, der Sonne entgegen, auf die Tiroler Scharte zumarschieren. In den Führern war die Tour Piz Buin mit Schwierigkeit 3 angegeben, Dreiländerspitze mit 2 und die Ochsenkopftour sollte gar nur Schwierigkeit 1 haben.

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So dachte ich mir nichts und machte mich nach dem Skidepot wagemutig an den Gipfelaufstieg. Schroten und Blockgelände sollte auf mich warten – so stand es im Führer. Für mich war es allemal nicht weniger schwierig als Piz Buin oder Dreiländerspitze. Freilich – hier war weder etwas ausgesetzt oder musste man gar klettern. Aber ich traute einfach dem steinigen Untergrund nicht. Konnte ich mich doch in Schnee und Eis immer darauf verlassen, dass meine Steigeisen griffen, so war das hier nicht der Fall. Vielleicht war ich aber auch nur schon müde nach den beiden Touren der Vortage.

Silvretta

Nach ein wenig Gejammer kam ich dann aber doch am Gipfel an und wir konnten eine Aussicht genießen die fast noch besser war als die Tage vorher. Hier machten wir nun ausgiebig Brotzeit, schossen Bilder, bevor wir uns dann wieder loseisen mussten von unserem letzten Gipfel an diesem Wochenende.

Die Anfahrt war dann noch relativ anstrengend, da doch ein ziemlicher Harschdeckel den Pulverschnee verdeckte 😉 Auf der Hütte angekommen gab es kurz noch einen Kaffee und schon mussten wir das restliche Gepäck in den Rucksack verstauen. Oh mein Gott – beim „Anziehen“ des Rucksacks hätte es mich fast umgehauen. Ein 40 Liter + 10 Rucksack ist wahrscheinlich auch einfach zu viel für meine 163 cm und 54 kg 😉

Ochsenkopf Ochsenkopf Ochsenkopf Ochsenkopf Ochsenkopf Ochsenkopf

Gesamtfazit:
– 3 Dreitausender bei bestem Wetter
– gigantische Gipfelaufstiege
– Super Team mit Elmar und Tom
– Hütte eher unbehaglich, da kalt
– Hüttenwirtin Andrea muss man erlebt haben 😉

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