Sabine im Trailfieber

Rennrad Trans-Alp 2018 – Teil 1

Im Frühjahr hatte ich mich entschieden, bei einem im Internet angebotenen Transalp mit dem Rennrad mitzumachen. Ich kannte den Veranstalter Jorgesports schon von meinem Mitteldistanz Triathlon-Plan im Vorjahr. 2016 hatte war ich schon einmal mit dem Rad über die Alpen unterwegs, damals allerdings mit Papa als Begleiter und nur in einer 3-Tages Version.

Dieser Transalp sollte über 6 Etappen gehen und von Kaprun nach Torbole am Gardasee führen. Am Abend des 28. Juli trafen die 3 Guides und 6 Teilnehmer im Hotel in Kaprun ein. Es stellte sich heraus, dass ich die einzige Frau der 6 Teilnehmer war. Auweia! Als ich dann auch noch erfuhr, dass von den 5 Männern einer ein Extremtriathlet und der andere Paris Brest Paris Finnischer war, stockte mir dann doch kurz der Atem. Aber jetzt war es zu spät für Bammel kriegen. Scheiß da nix, dann …. (lt. Laura Dahlmeier!) musste das Motto nun lauten. Nach gemeinsamem Abendessen und einer kurzen Vorstellungsrunde ging es ins Bett, um fit für Etappe 1 zu sein.

Sonntag um 9 Uhr begann dann das große Abenteuer. Die Route dieses Tages führte von Kaprun über die Großglockner Hochalpenstraße nach Lienz.

Natürlich war aufgrund der Gruppenkonstellation von Anfang an klar, dass ich mich am Ende des Teilnehmerfeldes einreihen würde. Aber erstens war es hier kein Rennen und zweitens eine geführte Radtour. Somit führten zwei Guides die Athleten über die Alpen. Einer am Anfang der Gruppe und der andere hinten. Somit war schnell klar, dass ich eine exclusive Betreuung haben würde 😉 Von Beginn an fand ich großen Gefallen am Hochkurbeln und dank meines 32er Ritzels konnte ich auch immer schön darauf achten, dass ich im niedrigen Pulsbereich blieb.

Oben angelangt wartete unser dritter Guide mit warmer Klamotte für die Abfahrt und schon nahm auch das Bergabfahren seinen Lauf. Kurz vor Lienz ging es noch einmal wenige Kilometer aufwärts, aber nach fünfeinhalb Stunden hatten wir unser erstes Etappenziel erreicht. Anschließend wurde noch hochmotiviert 5 Kilometer gekoppelt und sogar eine Dehneinheit stand auf dem Programm.

Etappe 2 führte uns zunächst mäßig steigend Richtung Alleghe. Erst am Ende kam heute der zu bezwingend Pass, nämlich der Passo di Giau, mit einer Länge von 10,7 Kilometer und einer durchschnittlichen Steigung von 8,3 %.

Trotz des relativ einfach aussehenden Profils war diese Etappe nicht ganz so einfach. Gerade am Ende des Tages wurde es noch einmal ordentlich anstrengend. Der Passo di Giau hatte es gewaltig in sich. Seine Steigungen waren relativ unregelmäßig und immer wieder kamen ziemlich steile Rampen daher. Nach knappen 6 Stunden war ich dann heute doch froh, als das Etappenziel Alleghe in Sicht war. Nichtsdestotrotz lief ich auch heute noch 5 Kilometer, das war heute genau eine Runde um den Lago di Alleghe.

Danach stand ordentliches Carboloading in Form von Spagetti Carbonara auf dem Programm, denn morgen ging es auf die Sella Ronda. Noch nicht erwähnt habe ich, dass von den 5 Männern die 3 „Nichtextremsportler“ entweder mit 34 er Ritzeln, Scheibenbremsen, Ultraleichtläufrädern, Wattpedalen und vielem weiteren Schnickschnack ausgerüstet waren 😉 Ich dagegen hatte ein stinknormales Rennrad mit Kompaktkurbel und allerdings extra eingebautem 32er Ritzel. Wenn ich allerdings an das Scheibenbremsengequietsche denke, bin ich doch froh über meine Bremsklötze und die Alufelgen.

Am dritten Tag stand nun die Sella Ronda auf dem Programm. Sella Ronda sollte bedeuten, dass wir 4 Pässe an einem Tag fahren würden. Was für ein Spaß!

Wir fingen an mit dem 9,3 Kilometer langen Passo Pordoi, bezwangen dann das Sellajoch mit 11,5 Kilometer Länge, schnappten uns das Grödnerjpch mit nur 7,1 Kilometern und zum Schluss folgte der Campolungo mit umschwierigen 6 Kilometern. Heute hatte ich aufgrund eines Ausweichmanövers in einer Kehre kurz vor dem Sellajoch einen kleinen Sturz. Beim wieder Aufsteigen musste ich dann aber feststellen, dass am Hinterrad eine Speiche gebrochen war. Glücklicherweise war das Begleitfahrzeug zur Stelle und wir fuhren kurzentschlossen nach Wolkenstein, um ein neues Laufrad zu kaufen. Somit konnte ich nach einer guten Stunden die Umrundung des Sellastocks fortsetzen. Als im am Ende des Tages mit Manu, meinem Guide in Alleghe ankam, wurden wir schon von den übrigen Teilnehmern erwartet. Bei erneuter Spaghetti Carbonara, genügend Bier und Wein, ging der Abend schnell zu Ende.

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