Sabine im Trailfieber

Bericht: Osserriese

Am letzten Wochenende hieß es für mich, auf in den Bayerischen Wald, um den Osserriesen zu bezwingen. Letztes Jahr war ich hier bei der Langstrecke dabei und so überwältigt von diesem schönen Erlebnis, dass ich mich heuer gleich wieder anmeldete. Allerdings wählte ich bewusst die kürzere Strecke, da mein Sommerhighlight die Staffelteilnahme bei der Challenge in Roth sein sollte. Für mich wählte man die Raddistanz und so trainierte ich seit Dezember zuerst kräftig auf dem Spinningbike, dann im Mallorca Trainingslager, 3 Tage in Arco auf dem MTB und zuletzt cruiste ich unzählige Kilometer durch die Oberpfälzer „Rennradlandschaft“. Somit war für dieses Frühjahr klar, dass die Priorität nicht dem Laufen gewidmet werden durfte, sondern eben der Kilometerkurbelei. Als ich dann 2 Tage vor dem Start von den Organisatoren erfuhr, dass sie 3 Kilometer einbauten, die es technisch in sich hatten, war ich doch etwas ungehalten. Ich kam mir vor als hätte ich die Katze im Sack gekauft. Im Vorfeld malte ich mir schon aus, wie schlimm der Muskelkater werden würde und eigentlich wollte ich nach dem Trail 100 Kilometer mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Zeitweise ertappte ich mich bei dem Gedanken, meine Teilnahme am Osserriesen zu stornieren. Letztendlich entschied ich mich dann aber doch für die Teilnahme. Am Donnerstag vor dem Lauf testete ich noch den „bike course“ in Roth, allerdings nur 90 Kilometer, sprich eine Runde. Übertreiben wollte ich dennoch nicht, 25 Kilometer und 1200 Höhenmeter wollen erst einmal bewältigt werden.

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Seis drum: Am Samstag stand ich dann mit meiner Freundin Helga, Simone und Christian um 11 Uhr pünktlich und ohne jegliche Ambitionen im Starterfeld. Die Böllerschützen gaben das Rennen frei und ab gings. Zuerst ungefähr einen Kilometer flach und eher abfallend dahin, bis sich die ersten Steigungen zeigten. Irgendwie fühlten sich die Beine gut an und das bergauf laufen machte riesigen Spaß. Die ganze Wut ob der so kurzfristig angekündigten Streckenänderung verhalf mir vermutlich, dass ich Freude am „Hinaufhopsen“ fand 😉 Letztendlich traf ich auf „der Scheibn“ dann auf die extra per Fahrrad angereisten Fans und die staunten nicht schlecht, dass sie mich schon entdeckten. Das angebotene Gel konnte ich leider nicht zu mir nehmen, da es nur die Geschmacksrichtung Banane gab.

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So lief ich weiter, es ging Richtung Zwercheck. Steil bergauf und mir machte es so richtig Spaß. Irgendwann überholte mich hier die erste Frau vom UTLW und nach dem ersten Gipfel ging es lange bergab. Eine breite Forststraße musste ich einige Kilometer bezwingen, doch eigentlich liegt mir sowas schon auch. Rückblickend hätte ich hier wohl noch etwas Gas geben können. Danach kam dann der letzte, aber gewaltige Anstieg zum Osser. Aber wie auch schon am Zwercheck machte es mir einfach Spaß aufwärts zu marschieren. An Laufen war hier schon lange nicht mehr zu denken, doch scheinbar haben die vielen Trainingsstunden auf Rennrad und MTB mir auch dazu verholfen, dass es mir hier so gut ging.

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Am Osser angekommen, wusste ich, dass es jetzt für mich vorbei war mit lustig. Es folgten der neu eingebaute technisch anspruchsvolle Trail, dann der Holy Trail und anschließend kilometerlange Downhills. Genauer gesagt, all diese Dinge, die ich vielleicht sogar mag, aber einfach nicht gut genug kann. Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass das neue Teilstück mir sehr gut gefallen hat. Felsenkraxeln ist ja eigentlich schon mein Ding, ich bin halt einfach nur sehr langsam. Downhill erkennt man mich daran, wenn eine rumstolziert als wäre sie mit Stöckelschuhen im Wald unterwegs. Irgendwann war ich dann aber ausm Woid raus, es ging über die Wiese, den Pfad hinab, die Treppe runter, rum um die Kurve und schnurstracks auf den roten Teppich des Zieleinlaufs zu.

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Und siehe da: Ich wurde 19. Frau von 84 mit einer Zeit von 3:40. Hätte man mich dann auch noch AK-mäßig richtig gewertet, wäre ich sogar AK Dritte geworden. Macht aber nix: So durfte sich eben meine Freundin Helga als Dritte aufs Treppchen stellen.

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