Sabine im Trailfieber

Mit dem Rennrad zur Triathlon Championship nach Samorin

Wie schon bei den letzten Einträgen hier erzählt, laboriere ich immer noch an meiner Verletzung am Becken und die Lauferei geht nicht so richtig. Letztes Jahr war ich zusammen mit Matthias und Franzi bei dem Triathlon in Samorin als Staffel unterwegs. Matthias schwamm, Franzi radelte und ich lief. Damit erkämpften wir uns damals einen Startplatz für die Championship 2019 in Samorin wieder als Mixed Staffel. Da nun klar war, dass ich nicht laufen kann, übernahm kurzerhand Tom meinen Part als Läufer. So konnte ich kurzentschlossen Christi Himmelfahrt und den freien Brückentag nutzen und die Reise mit dem Rennrad nach Samorin antreten. Der Wetterbericht sagte bestes Radwetter voraus, 2 Hotel waren schnell gebucht und so brachte mich am Donnerstag in der Früh Tom mit dem Auto nach Wörth a.d. Donau. Von dort startete meine Tour, geplant habe ich die Route mit Komoot. Mein iPhone montierte ich mittels der Halterung Quadlock und einem entsprechenden Case fürs Handy am Lenker. In einer kleinen Tasche am Oberrohr hatte ich noch vorsichtshalber eine Powerbank eingepackt. Als sonstige Taschen dienten mir meine Saddleback von Apidura, die ich noch hatte von unserer Bikepacking Tour an die Ostsee vor 2 Jahren. Auch die Handelbar Pack, befestigt am Lenker, hatte ich schon. Aufgerüstet habe ich dieses Mal mit einer kleinen Tasche auch von Apidura, die ich zusätzlich vorne an der Handlebar Lenkertasche anbringen konnte. Geldbeutel, Tücher, Riegel, ivm. waren damit schnell griffbereit.

So startete ich nun um 8:15 kurz nach Regensburg. Ziel des heutigen Tages war Linz. Als kleine persönliche Challenge hatte ich mir auferlegt, dass die Cappuccinopause immer erst nach 100 Kilometern sein durfte. Bei bestem Wetter radelte ich los, der Wind kam von hinten und von vorne schien leicht die Sonne. Bestens gelaunt ging es die Landstraße entlang. Wenig Verkehr, nur einige wenige Vatertagswanderer und so war ich pünktlich gegen Mittag bei 100 Kilometern und kurz vor Passau. Ich verdrückte meinen Riegel und genoss die Schlücke aus meiner Trinkflasche, die heute mit Malodextrin19 gefüllt war. 20 Kilometer hinter Passau genehmigte ich mir dann den Cappuccino und ein alkoholfreies Bier (das Schlimmste unter den alkoholfreien Bieren (Clausthaler alkoholfrei extraherb). Noch ca. 70 Kilometer musste ich fahren, um mein Hotel in Linz zu erreichen. Das klappte gut und am späteren Nachmittag war ich nach 190 Kilometern im Hotel Nike Arcotel angekommen. Ich bekam ein abgesperrtes Abteil im Keller für mein Rad und das Zimmer war vom Feinsten. Nun genoss ich eine ausgedehnte Dusche und machte mich dann auf den Weg in die Stadt, um etwas zu essen. Eine sehr moderner Marktplatz erwartete mich und ich erblickte sofort eine ansprechende Pizzeria. Man konnte draußen sitzen und auf dem gesamten Marktplatz war ein Hotspot eingerichtet. Nach einer köstlichen Pizza zog es mich dann aber doch ins Bett, morgen wartete eine ähnlich lange Etappe auf mich.

Der nächste Morgen begann mit einem genialen Frühstücksbüffet. Gerne hätte ich mir meinen Bauch noch viel mehr voll geschlagen, aber ich musste ja auf mein Rad steigen. Heutiges Ziel war Tulln, kurz vor Wien. Auch hier hatte ich schon ein Hotel vorbestellt. Die Ausfahrt aus Linz war gar nicht so leicht, ehe ich mich versah, war ich auf einer Schnellstraße mitten in der Stadt und die Autos hupten mich an. Ein wenig nervös fand ich dann den „Ausstieg“ aus dieser Straße und kam wieder auf den richtigen Track. Teilweise ging es heute auf dem Donauradweg dahin und immer wieder musste ich Radspazierfahrer überholen, die ziemlich schwerhörig waren und links fuhren 😉 Einmal fand ich die Radauffahrt auf eine Brücke nicht und wollte schon mein Rad Huckpack nehmen. Ein anderen Radler hatte dann aber das gleiche Problem und gemeinsam fanden wir dann doch noch den richtigen Weg. Ansonsten verlief der Tag wieder problemlos und gegen 16 Uhr kam ich in Tulln im Hotel an. Dieses Mal war es ein eher schlichtes Hotel mit vielen Möbeln aus vergangenen Tagen. Auch heute schlenderte ich nach der Dusche durch die Stadt und konnte das Abendessen im Freien genießen. Nach erneuter Pizza und einem Weinderl freute ich mich schon auf die Abschlussetappe am nächsten Tag.

Auch in Tulln ließ das Frühstück keine Wünsche offen und gegen 8 Uhr konnte ich die Fahrt beginnen. Heute waren es nur noch gute 100 Kilometer, dafür aber zwei Stadtdurchquerungen. Nach ein paar Kilometern hieß es dann auch schon, schön langsam durch Wien zu kurven. Nur eine Schwierigkeit tauchte auf, als es wieder hieß, dass ich auf die andere Seite queren sollte. Vor mir lag aber ein Tunnel, den ich mich nicht zu passieren traute. Just in diesem Augenblick stand aber genau in der Tunneleinfahrt ein Polizeiauto. Kurzerhand nahm ich mein Handy und zeigte den Polizisten den Track, den ich fahren sollte. So erlaubten sie mir dann die Einfahrt und auf der anderen Seite ging die Fahrt dann problemlos weiter. Nach 15 Kilometern war ich durch Wien durch. Meine Route verlief nun nicht mehr an der Donau, sondern führte über Landstraßen und ich konnte diesen Abschnitt sehr genießen. Kurz vor Mittag war ich dann in Bratislava angelangt. Ab jetzt folgte der anstrengendste Teil meiner ganzen Reise. 22 Kilometer durch Bratislava!!!! Schlechte Straßen, noch viel schlechtere Autofahrer, die noch nie etwas von einem Mindestabstand zum Radfahrer gehört haben und zudem fast keine Radwege, auf die ich ausweichen konnte. So war ich hier dauernd mitten in dem starken Stadtverkehr unterwegs. Mal Ampel links einordnen, dann wieder rechts und das alles mit dem Renner zwischen Autos, Bussen und Straßenbahnen. Heilfroh war ich, als ich um 12:45 Uhr vor dem Hotel stand. Und als hätten wir es ausgemacht, kamen eine Minute später Matthias und Tom mit dem Auto auch an.

Fazit: Sehr schöne Tour, die Etappe 2 würde ich wahrscheinlich aber beim nächsten Mal etwas abändern. 200 Kilometer pro Tag sind bei flacher Strecke für mich zu schaffen. Ein vorgebuchtes Hotel lässt keine großen Spielräume frei, aber dafür entfällt die Sucherei. Für mich hat es in diesem Fall gut gepasst. Meine Apidura Taschen haben wieder super Dienste geleistet. Gut waren die Feuchttücher, die ich vorne eingepackt hatte. Immer wieder mal verkleben die Hände und auch die Brems- und Schalthebel vom zuckerhaltigen Getränk.

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